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Nachfolgend wird die Gründungsphase des Orchesters bis zu seinem ersten Konzert aus der Sicht des Mitglieds Michael Maurer (Alumnus, Querflöte) dargestellt.

 

Start des Studienstiftungsorchesters NRW

 

„Musik verbindet“ ist nicht gerade eine neue Erkenntnis, aber eine, die lohnt, sie mehrfach zu erleben. Dazu bot mir das neu gegründete Studienstiftungsorchester NRW eine besondere Gelegenheit.

  

(1) Präludium

 Gregor A. Mayrhofer (Stipendiat, Komposition und Orchesterdirigieren an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf) schrieb im Juli 2012 eine Mail an Stipendiaten und Alumni in Nordrhein-Westfalen, mit der er die Gründung des Studienstiftungsorchesters NRW vorschlug und musikbegeisterte Interessenten bat, sich dafür anzumelden. Ich erhielt diese Mail als Alumnus über das AlumniNet und fühlte mich sofort angesprochen. In der ausklingenden Phase meiner Berufstätigkeit nutze ich meine neuen zeitlichen Spielräume seit etwa zwei Jahren für regelmäßigen Querflötenunterricht zur Wiedererlernung dieses als Schüler intensiv gespielten Instruments und  war auf der Suche nach einer Möglichkeit zum Mitspielen in einem Orchester. Trotz meiner Skepsis, ob meine flötentechnischen Fertigkeiten schon ausreichen würden, meldete ich mich hoffnungsfroh an. Auch insgesamt war das Interesse für diese Initiative bemerkenswert  hoch, so dass Gregor Mayrhofer seine erste Nachricht an die Interessenten schon mit der Anrede „Liebes Orchester“ beginnen konnte.

 Mit der 1. Symphonie von Dvorak „Die Glocken von Zlonice“ und einigen Ungarischen Tänzen von Brahms schlug er ein attraktives Programm für das Orchester vor und stellte einige überzeugende Eckpunkte für die Organisation des neuen überörtlichen Orchesters vor, dessen Mitglieder aus einem landesweiten Einzugsgebiet von Aachen, Bonn, Colonia, Düsseldorf, Essen über Münster bis Wuppertal stammen. Statt wöchentlicher oder zweiwöchentlicher (kurzer) Proben sollten wegen der teils langen Anfahrten ganze Probennachmittage stattfinden, die jeweils Tuttiproben und parallele Registerproben für Streicher und Bläser verbinden sollten. Bereits frühzeitig wurde ein Organisationsteam unter der Leitung von Mirjam von Jarzebowski gebildet, das die Gründungsphase wirkungsvoll unterstützte. 

  

(2) Glocken-Etüden in NRW – Orchesterproben

 Als ich mir vor der ersten Orchesterprobe die Noten für meine Flötenstimme ausdruckte, hinterließ das einen starken Eindruck dank mancher schneller Passagen und rhythmischer Herausforderungen sowie vor allem der für die Flöte relativ hohen Stimmlage, die bisher nicht gerade zu meinen täglichen Übungen gehört hatte. Im November 2012 traf sich das Orchester zu seiner ersten Probe in Köln. Die Zusammensetzung war noch nicht auf Anhieb ausgewogen: stark vertretenen Holzbläsern und noch lückenhaft besetzten Blechbläsern standen zahlreiche Celli und noch zu wenigen Geigen gegenüber. Insgesamt war aber nach meinem ersten Eindruck eine musikbegeisterte Gruppe aus Stipendiaten und Alumni zusammengekommen.  Gregor Mayrhofer gelang eine alle motivierende Probenarbeit, in deren Mittelpunkt das Allegro (1. Satz) der Dvoraksymphonie stand. Bei der zweiten Probe im Dezember in Köln fanden erstmals Registerproben unter Leitung von Michael Faust, Soloflötist des WDR- Sinfonieorchesters, und Gerd Griep , ehem. Konzertmeister der Bochumer Symphoniker, statt, die eine sehr intensive Probenarbeit an weiteren Sätzen der Symphonie erlaubten und ein besonderes Vergnügen beim Zusammensetzen der Register in der abschließenden Tuttiprobe ermöglichten. Die dritte Probe  im Januar in Essen war eine reine Streicherprobe, „da es da einfach so viel mehr Noten zu bewältigen gibt“, wie uns Gregor Mayrhofer schrieb. Vierte, fünfte und sechste Probe waren im Februar, März und April in Essen und Köln wieder als Tuttiproben mit zeitweiliger Registeraufteilung  und wie immer samstags angesetzt. Die Generalprobe fand schließlich am Tag vor dem Gründungskonzert , am 27. April 2013, in der Düsseldorfer Musikhochschule statt.

 

(3) Eifel-Intermezzo – Probenwochenende

 Das Probenwochenende in der Jugendherberge Prüm in der Eifel war zweifellos ein Höhepunkt der bisherigen Orchesterentwicklung. In mehreren gründlichen Registerproben und Tuttiproben  wurden – zwei Wochen vor dem Gründungskonzert – durch geduldige Dirigenten noch deutliche musikalische Fortschritte erarbeitet und Defizite in einzelnen Stimmen aufgezeigt, die es noch individuell auszubügeln galt. Am Ende dieser langen Proben (zusammen ca. 15 Stunden) waren die Ansätze einiger Bläser arg strapaziert und mancher Streicher spürte Schulter und Arm stärker als gewohnt. Neben dem hohen musikalischen Ertrag dieses Wochenendes bot sich hier  intensive Gelegenheit, mit allen teilnehmenden Orchestermitgliedern stärker ins Gespräch zu kommen als es die vorangegangenen Proben erlaubt hatten. Dabei wurde auch das breite fachliche Spektrum der Mitglieder deutlich, ein gewisser Schwerpunkt war für mich (selbst Chemiker) jedoch bei technisch-naturwissenschaftlicher Orientierung, inkl. Medizin zu erkennen.

  

(4) Coda - Resümee und Dank

 Die Idee, in Nordrhein-Westfalen ein Studienstiftungsorchester zu gründen, hat sich in relativ kurzer Zeit als tragfähig erwiesen. Gregor Mayrhofer als Initiator und musikalischem Leiter des Orchesters ist es gelungen, seine Idee zu realisieren, an der alle Orchestermitglieder gern mitarbeiten.

 Ich bin froh, dass ich die Startphase des Studienstiftungsorchesters NRW als Mitglied von der ersten Probe im November in Köln bis zum Gründungskonzert im April in Düsseldorf miterleben konnte. Musikalisch hat mein wieder aufgenommenes Flötenspiel dadurch stark profitiert, zumal Orchesterklänge gegenüber häuslichen Fingerübungen ganz andere Klangdimensionen erschließen.

Mein Dank gilt an erster Stelle Gregor Mayrhofer, der dieses Orchester mit hohem und äußerst professionellem Einsatz aufgebaut hat und weiter leiten wird.  Michael Faust, Gerd Griep sowie den Nachwuchsdirigenten Hossein Pishkar und Michael Falk sei für die von ihnen geleiteten ertragreichen Registerproben gedankt.  

 Dem Alumniverein der Studienstiftung danke ich - und wohl das ganze Orchester – für seine Förderung dieser Initiative, mit der das schöne  Probenwochenende realisiert und teure Raummieten bezahlt werden konnten. Wenn man als Verein die Vernetzung unter den Alumni und mit Stipendiaten fördern will, kann es kaum einen besseren Ansatzpunkt geben als dieses Orchester.

 

Köln, 4. Juli 2013                                                                                Michael Maurer   



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